Wenn du Surfen lernst bist du manchmal starken Naturgewalten ausgesetzt. Aber vor Strömungen musst du keine Angst haben, es ist nur eine Portion Respekt und Wissen angebracht.

Lass dich auf diese kleine Surf Theoriestunde ein und schenke dir durch das erlernte Wissen bei deiner nächsten Surfsession mehr Leichtigkeit und Freude im Meer.

Wenn du nämlich die Natur besser verstehst, macht Sie dir weniger Angst und dein Kopf kann leiser werden und dein Herz lauter singen.

 

Welche Strömungen gibt es?

Primär gibt es vier unterschiedliche Strömungsarten:

  • Konvektionsströmungen (Wärmeaustausch)
  • durch Wind verursachte Strömungen
  • Gezeitenströmungen
  • durch Wellenbrechung verursachte Strömungen

Die Strömung, die auf dich als Surfer aber den stärksten Einfluss hat, ist die durch Wellenbrechung verursachte Strömung.  Die Energie der Welle, die über tausende Kilometer gereist ist, wird nun dafür benutzt, um große Wassermassen aufs Land zu drücken. Dieses Wasser hat extrem viel Energie und will wieder ins Meer zurückfließen und dabei sucht es sich den Weg des geringsten Wiederstandes, das heißt es fließt nicht direkt in die hereinbrechende Welle hinein, sondern außen herum und nutzt dabei bereits vorhandene Kanäle und Rillen. Die Rede ist dann von Channels, aber dazu gleich mehr!

 

Wie erkennst du Strömungen?

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Strömungen zu erkennen hat viel mit Erfahrung zu tun und im Laufe der Zeit wirst du immer besser in der Wellenvorhersage und im Strömungen lesen.

Du kannst dir merken, dort wo Wellen brechen, ist auch immer Strömung und wenn die Wellen groß sind, kannst du auch von einer starken Strömung ausgehen.

Die wichtigste Strömung ist dort, wo die Wellen brechen. Hinter dem Line-Up  musst du daher meistens nicht mit starken Strömungen rechnen. Je nach Form der Küste oder einem sehr starken Wind, kann es aber dennoch zu weiteren Strömungen kommen.

Eine wichtige Strömung hier ist die Lateralströmung, bei der die Strömung parallel zur Küste verläuft.

Nimmt sie dich mit, kann es sein, dass du schnell nach links oder nach rechts abdriftest, ohne dass du das überhaupt merkst.

  • Am besten ist es, wenn du dir einen Sufspot einmal bei Low Tide ansiehst. Oft verraten dir die Rillen und Furchen die das Wasser im Sandboden hinterlassen hat die Strömungsrichtung (siehe Bild oben).
  • Beobachte andere Surfer, an ihnen kannst du deutlich erkennen wie stark die Strömung ist und wie sie verläuft.
  • Ebenso kannst du die Strömung an dem Schaum, der auf dem Wasser treibt, erkennen.

Du solltest dir einen Surfspot also immer erst eine Weile genau ansehen, bevor du ins Wasser geht. In dieser Zeit des Beobachten kannst du viel über die Wellen, Sets, Setpausen, Strömungen und die Untergrundbeschaffenheit erfahren.

 

Wie kannst du Strömungen für dich nutzen?

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Den größten Nutzen den du als Surferin von Strömungen nutzen kannst , sind die Channels. Du nutzt, die Energie des zurückfließenden Wassers um dich ins Line-Up zu befördern, es ist ein Art Speedboat hinter die Weißwasserwände.

Bei Stränden mit sandigem Untergrund sind die Channels nicht immer klar zu erkennen. Besonders bei großen Sets kann es vorkommen, dass auch im Channel Wellen brechen. Daher solltest du bei starkem Wellengang erst einmal die Sets und ihre jeweiligen Setpausen beobachten, abwarten und gucken, ob du den Channel nicht doch ausmachen kannst.

 

10 Fakten die du über Strömungen nie vergessen solltest!

Strömungen sind definitiv nicht dein Feind, sie können sogar sehr nützlich für dich sein. Um dich nicht unnötigem Stress oder gefährlichen Situationen auszusetzen solltest du diese Fakten nicht vergessen!

 

1. Bevor du rauspaddelst, solltest dir einen Fixpunkt an Land suchen, der dir als Orientierung dient. Gut sind Objekte, die sich nicht bewegen können wie z. B. ein markanter Stein oder eine Fahne etc.

2. Solange du dein Surfboard bei dir hast und die Strömung dich nicht direkt auf irgendwelche Felsen treibt, ist sie für dich keine wirkliche Gefahr. Gerate also nicht in Panik!

3. Gerätst du ungeplant in eine Strömung, ist es am wichtigsten, Ruhe zu bewahren. Solange noch Weißwasser um dich herum ist, gibt es einen schnellen Weg zum Strand.

4. Verlasse nie dein Surfbrett, wenn du in eine Strömung gerätst, auch dann nicht, wenn deine Kraft nachlässt und du glaubst ohne Brett schneller schwimmen zu können. Never ever! Du bist ohne dein Brett nur noch mehr ein Spielball der Strömung, weil du im Wasser der Strömung viel mehr Angriffsfläche bietest.

5. Auf deinem Surfboard kannst du dich nicht nur ausruhen, sondern auch orientieren und dir einen Überblick verschaffen. Wo befindet sich dein Fixpunkt an Land? Wie weit bist du schon und in welche Richtung abgetrieben?

6. Um der Strömung zu entkommen, musst du immer im rechten Winkel aus der Strömung herauspaddeln, nie direkt zum Strand. Ansonsten paddelst du gegen sie an und verlierst viel Kraft.

7. Als weitere Orientierung dich aus der Strömung zu befreien, ist das Weißwasser. Mit seiner Hilfe kannst du dich einfach an den Strand spülen lassen.

8. Nimm dir an einem neuen Surfspot immer ausreichend Zeit um die Strömung zu beobachten.

9. Nutze auch immer die Gelegenheit mit anderen Surfer zu quatschen die den Spot schon kennen um dir Tipps geben zu lassen.

10. Falls du dennoch mal in eine Notsituation kommst, benutze das internationale Notsignal unter Surfern und lass dir von den anderen helfen. Dafür setzt du dich auf dein Surfboard und streckst deine geballte Faust hoch in die Luft.

 

 

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Eine Antwort

  1. Jezz

    Hi Sabine,

    schöner Blog.
    Bei meinem ersten ritt, wären mir die Wellen fast zum Verhängnis geworden.
    Super Artikel.

    Beste Grüße

    Jezz

    Antworten

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