Ich will diesen sehr persönlichen Blogpost mit einem Zitat bzw. einer Liedzeile von Bengio beginnen.

 

Ich will dort draußen stehen und sehen, was geht
Lass‘ dir den Glauben nicht nehmen, den das Leben sät
Ich tau‘ langsam, Schritt für Schritt
Trau‘ mei’m Bauchgefühl, weiß nicht, ob das richtig ist
Doch ich bin ich, mach‘ die Augen zu
Und renne einfach los, Vertrauen ist gut
Ich seh‘ so viele Wege, ich will jeden davon gehen
Alle tun so, als hätten sie Garten Eden schon gesehen
Doch ich glaub‘, das ist alles nicht wahr
Ich zieh‘ die Schuhe an und lauf‘, bis mein Atem versagt
(Bengio – Keine Sorge)

 

Ufff, wo fange ich nur an.

Ich sitze an diesem Artikel schon seit Wochen und schiebe ihn immer wieder auf, weil ich nicht die richtigen Worte finde und ordentlich Muffensausen habe.

Mir stellen sich immer wieder die gleichen Fragen:

  • Was will ich Dir eigentlich genau erzählen?
  • Wie viel will ich Dir erzählen?
  • Was passiert, wenn ich Dir mehr von mir erzähle?
  • Willst Du das alles überhaupt wissen?

 

Du hörst also schon raus, mein Kopfkino ist ordentlich am rumspinnen und ich bin verunsichert. Ich habe nämlich etwas Angst davor, Dir gleich offen und ehrlich zu erzählen wie es mir in dem letzten Jahr seit der Rückkehr meiner 16 monatigen Reise ergangen ist.

Hier kannst Du nachlesen, was ich in einem Jahr auf Reisen gelernt habe.

Warum ich davor Angst habe?

Ich mache mich gleichermaßen verletzlich und angreifbar, zeige Dir meine Schwächen und gerade diese versuche ich doch meistens zu verbergen.

Ich will Dir erzählen, dass ich in den letzten Monaten unendlich viel geweint, gelacht, geschrien, getanzt, gezweifelt und geliebt habe. Auch wenn ich oft gedachte habe: Ich will dass das alles sofort aufhört, ich will und kann nicht mehr, ich steige einfach in den nächsten Flieger und bin weg.

Wenn Du also Lust hast, mehr über die Frau zu erfahren, die hinter diesem Blog steckt und zu erfahren wie es mit sea you soon weitergeht, dann lies weiter!

 

Wo ist die Leichtigkeit geblieben?

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Die Rückkehr meiner Reise liegt mittlerweile fast ein ganzes Jahr zurück und ich kann es selbst kaum fassen wie schnell die Zeit vergeht und gleichzeitig ist so unfassbar viel passiert.

Nach meiner Rückkehr musste ich sehr schnell wieder “funktionieren”. In den ersten Monaten stand mir jede Menge Bürokratie bevor. Ich musste einen Businessplan schreiben, Termine mit meinem Steuerberater führen und viele weitere Behördengänge absolvieren.

Ich war von meinem Leben am Strand und dem Meer nicht nur geographisch meilenweit entfernt, sondern auch emotional.

All meine Erlebnisse waren auf einmal so weit weg! Die Leichtigkeit war wie weg radiert…

 

Ich laufe los, komm‘ nicht zurück
Nehme mein Geld, kauf‘ ’ne Tonne voll Glück
Da draußen wartet zu viel und es wartet auf mich
Bekomme nie ein‘ Ast, doch es gibt noch Karten für mich
Ich geh‘ All-In, um zu schauen, was geht
(Bengio – Keine Sorge)

 

In dieser Zeit wollte ich oft einfach weg. Weg von all dem Chaos, den Problemen und dem Schmerz, aber ich bin froh und glücklich, dass ich geblieben bin. Im letzten Jahr bin ich an all den neuen Herausforderungen so wahnsinnig gewachsen, ich bin wundervollen Menschen begegnet und ich habe so viel gelernt und bin für all diese Momente sehr dankbar.

Aber fangen wir von vorne an…

 

Zurückkommen ist nicht einfach

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Ich war sechzehn Monate in der Welt unterwegs und kam im April 2016 in mein geliebtes und wunderschönes Hamburg zurück. Meine Wohnung war zu diesem Zeitpunkt noch untervermietet, daher wohnte ich einige Wochen bei meinen lieben Freunden auf der Couch, bis ich in meine eigenen vier Wände zurückkehren konnte.

Als ich nach 6 Wochen in meiner Wohnung stand, war dieser Moment allerdings überhaupt nicht glänzend und strahlend, sondern eher beklemmend. Ich versuche dir mal das Gefühl zu beschreiben:

Ich stand also auf einmal wieder in meiner alten Wohnung, in der ich jahrelang gewohnt habe und sie war exakt so wie ich sie vor meiner Reise verlassen habe.

Das ist grundsätzlich ja nichts schlechtes, da ich großartige Untermieter hatte und diese meine Wohnung sehr pfleglich behandelt haben, also eigentlich kein Grund zum Weinen.

Aber genau das war das Problem, es war alles genau wie vorher.

Ich aber hatte mich in dieser Zeit stark verändert und weiterentwickelt und ich hatte das Gefühl, ich wurde wieder in einen alten Schuh gepresst, der nicht mehr passt. Was natürlich völliger Quatsch war. Auf der rationalen Ebene wußte ich das, aber in dem Moment des Einzugs fühlte es sich nicht nach “Nach Hause kommen” an, sondern in ein altes Leben gepresst zu werden, dem ich entwachsen war.

Ich wusste, dass Hamburg passt und auch die Wohnung und das Viertel. Aber ich musste erst einmal vieles in der Wohnung verändern, bevor ich mich wieder richtig zu Hause fühlen konnte.

Mittlerweile fühle ich mich hier auch wieder wohl, ich habe es mir in meinen vier Wänden gemütlich gemacht und meine Wohnung ist wieder ein Ort an dem ich abschalten, mich erholen und Energie tanken kann.

Ich habe nicht viele Mitbringsel von meiner Reise mitgebracht aber die, die da sind, haben alle einen Ehrenplatz in meiner Wohnung gefunden.

Da mich das Thema Einrichtung eine Weile sehr beschäftigt hat, habe ich dazu sogar einen ganzen Artikel verfasst. Wie du dir das Meer nach Hause holst.

 

Hallo neue Angst – namens Existenzangst

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Ich war gerade mal einen Tag zurück in Deutschland, da ging es schon zum Arbeitsamt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass eine Festanstellung erst einmal nicht mehr für mich in Frage kommt, daher informierte ich mich umgehend bei meinem zuständigen Sachbearbeiter über den Gründerzuschuss um meinem Wunsch der Selbstständigkeit einen großen Schritt näher zu kommen.

In den nächsten Wochen hieß es also Gründerseminar besuchen, Businessplan schreiben und viele Formulare ausfüllen. Einige aufreibende Wochen später hatte ich die finanzielle Zusage und war hoch motiviert aber eine neue Angst, die mir bis dahin fremd war, war ab diesem Zeitpunkt mein neuer, stetiger Begleiter – die Existenzangst.

Jeder der schon mal selbstständig war oder ist, kennt dieses Gefühl nur zu gut. Einige meiner Freunde sind diesen Schritt schon vor mir gegangen und sagten mir, die Angst wird im Laufe der Zeit zwar nicht kleiner aber man lernt besser mit ihr umzugehen. Und das hoffe ich sehr!

 

Die Zweifel waren riesig

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Ich hatte also den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und war dabei mir meinen Traum vom ortsunabhängigen Leben und Arbeiten zu erfüllen. Aber ich hatte auf einmal wahnsinnige Zweifel! Ich hatte so große Zweifel an mir, meiner Arbeit und meinen Ziele.

Es gab in den letzten Monaten viele dunkle Stunden, an denen ich mich gefragt habe:

  • Was mache ich hier eigentlich?
  • Will ich das wirklich?
  • Komme ich mit der Existenzangst klar?
  • Ist mir das ortsunabhängige Leben wirklich so wichtig?
  • Glaube ich an meine Fähigkeiten?
  • Glaube ich, dass ich wirklich Frauen motivieren und für das Surfen begeistern kann?
  • Glaube ich, dass Surfen lernen wirklich Leben verändern kann?
  • Wie wichtig ist mir das Surfen wirklich?
  • Geht mir der Zauber des Surfen durch die “Arbeit” mit dem Blog vielleicht sogar verloren?

 

Es kann grundsätzlich nicht schaden seine Glaubenssätze und Ziele immer mal wieder zu hinterfragen! Sich neu auszurichten und nicht blind einem alten Ideal oder Traum hinterherzulaufen, den man gar nicht mehr verfolgt oder nicht der Eigene ist, aber ich kann dir sagen – es rüttelt ordentlich auf.

Ich habe daher eine Zeit lang meinen inneren Antrieb verloren, mein “Warum”. Und ich fühlte mich in diese Zeit so verloren wie schon lange nicht mehr.

Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner wundervollen Freunde wären die letzten Monate noch dunkler gewesen. Ich wurde immer wieder bestärkt, geliebt und unterstützt und dafür bin ich unendlich dankbar!

Aber nicht nur meine Freunde haben mich aufgefangen und mir gezeigt, dass mein Weg und sea you soon richtig sind, sondern ihr Mädels habt auch einen großen Teil dazu beigetragen.

Durch die im August 2016 gegründete Facebook Gruppe Dancer of the Oceans habe ich wieder gespürt, wie sehr ich meine Arbeit mit sea you soon liebe, wie viel positive Energie ich daraus ziehen kann und wieviel Spaß es mir macht. Danke dafür!

Ich habe so viele wundervolle Ideen für sea you soon und ich freue mich, dass du mich auf meiner Abenteuerreise namens Leben begleitest!

Eines meiner Ziele für 2017 ist es mindestens drei Monate am Meer zu arbeiten. Ich habe noch keine Ahnung wo und wann das genau sein wird, aber ich glaube fest daran und arbeite jeden Tag dafür, denn ich habe mein “Warum”, mein “Ziel”, wieder gefunden!

 

Will alles wissen und Geheimnisse lüften gehen
Will nichts vermissen und will high an ’ner Klippe stehen
Mache ein‘ Schritt nach vorn, breite die Flügel aus
Schlüssel verloren, doch ich brech‘ die Tür zum Himmel auf
(Bengio – Dächer der Welt)

 

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Eine Antwort

  1. Kerstin

    Liebe Sabine, das ist ein wirklich schöner Artikel. Danke für deine Offenheit. Die Ängste die eine Selbstständigkeit mit sich bringen, kenne ich gut. Aber du bist es gut angegangen und wirst mit Hilfe deiner Freunde, deiner Vision und der Zeit am Meer alles schaffen. 🙂
    Alles Liebe!

    Antworten

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